Eine Collage von Zigaretten, Alkohol und Kaffee.
Gesellschaft Umwelt

Einfach süchtig

Eigentlich wissen alle, dass Rauchen schlecht ist. Wieso machen es trotzdem so viele Menschen? 

Elisabeth raucht sehr viel. Wenn sie mal eine halbe Stunde nicht raucht, macht sie sich schon wieder Gedanken, ob sie rauchen kann und sie denkt einfach sehr oft am Tag ans Rauchen. Manchmal raucht sie eine Stunde oder zwei Stunden am Tag. Sie denkt oft daran, weil für sie ist Pause, wenn sie eine Zigarette raucht. Sie raucht eine Zigarette gleich nach dem Aufstehen. Sie macht sich einen Kaffee und dann nimmt sie den Kaffee und sitzt auf dem Balkon und dann raucht sie eine Zigarette mit dem Kaffeetrinken und sie raucht mit dem Teetrinken und nach dem Essen oder wenn sie auf den Bus warten will und jetzt ist das so ein Ritual.   

Rauchen ist überhaupt nicht so gut und dann kriegen die Menschen schwer Luft und das ist nicht sehr gut und vom Rauchen kann man Herzinfarkt bekommen und Krankheiten das ist wirklich nicht so gut. Rauchen ist auch sehr schädlich für die Zähne und für alle Organe. Vom Rauchen kann man Lungenkrebs oder schwer Luft kriegen und außerdem kann man süchtig werden.  Das heißt, man  kann nicht mehr aufhören und will sehr dringend rauchen. Rauchen verschmutzt auch die Luft und wir atmen das lange mit und wir kriegen so schwer Luft und daran kann man schnell sterben. 80 bis 90 Prozent der Menschen, die an Lungenkrebs sterben, haben geraucht. Das haben Wissenschaftler in den USA herausgefunden. Aber die Menschen rauchen trotzdem. 2018 hat eine Untersuchung herausgefunden, dass 26 Prozent der Menschen jeden Tag rauchen und sechs Prozent manchmal. Das heißt, ungefähr jeder vierte Mensch raucht. 

Auch Elisabeth raucht, obwohl sie weiß, wie schlecht es ist. Sie raucht schon seit sie 14 oder 15 Jahre alt ist Zigaretten. Am Anfang  gelegentlich und nicht so oft und mit 17 oder 18 Jahren hat sie begonnen oft zu rauchen. Alle ihre Freundinnen haben damals geraucht in der Schule und sie wollte wissen wie das ist und so ist sie dazu gekommen. „Ich glaube am Tag rauche ich 15 Zigaretten, ein Packerl hat 20 Zigaretten also ist  das fast ein Packerl,“ sagt sie. Sie weiß das ist sehr ungesund, aber sie sagt, sie spürt nichts und kriegt noch keine Nebenwirkungen vom Rauchen  

Sie ist auf der Uni und hobbymäßig liest sie gerne und sie macht viel Yoga und sie hat mit ihrem Freund angefangen Tennis zu spielen und Tennis spielen ist so schwer. Ihr Freund spielt super gut Tennis und er kann es seiner Freundin beibringen und er macht das super gut und sie schießt den Ball hoch oder gegen das Netz und sie trifft den Ball nicht und sie findet Tennis spielen so lustig. 

Wenn sie Alkohol trinkt, dann raucht sie mehr und sie sagt, dann raucht man immer weiter und hört gar nicht auf. Elisabeth erklärt, wie sie raucht. “Genau so mache ich das”, sagt sie. Dann nimmt sie die Zigarette zwischen die Finger und atmet ein und atmet aus. Rauchen ist zum Entspannen für sie. Sie sagt immer wieder, sie kann schwer aufhören mit dem Rauchen weil ihr ganzes Leben darauf eingestellt ist zu rauchen.

Sie sagt auch selber: “Ich bin süchtig.” Sucht ist es, wenn auch der Körper Zigaretten haben möchte. In Zigaretten ist ein Stoff, der heißt Nikotin und macht süchtig. Deshalb ist es sehr schwer mit dem rauchen aufzuhören. Aber warum wird man süchtig? 

“Das Gehirn verbindet gute und schlechte Gefühle mit dem Rauchen, wenn man einmal währenddessen raucht. Wenn man sich dann wieder so fühlt, will man wieder rauchen”, sagt Elisabeth Woidich. Sie macht Raucherentwöhnung, das heißt sie hilft Menschen mit dem Rauchen aufzuhören. Wenn man zum Beispiel raucht, wenn man mit Freunden Spaß hat, will man dann wieder rauchen, wenn man das nächste Mal mit Freunden Spaß hat. 

Viele Menschen beginnen mit dem Rauchen, weil es cool ist. Früher haben noch viel mehr Menschen geraucht und es gab auch ganz viel Werbung. Jetzt ist Werbung für Zigaretten verboten. “Rauchen ist nicht mehr so anerkannt wie früher”, sagt Elisabeth Woidich. 

2018 haben die Menschen, die Zigaretten verkaufen in Österreich geschätzt zwei Milliarden Euro verdient. Seit 2011 verdienen sie immer weniger. Aber es kaufen immer noch sehr viele Menschen Zigaretten: Sie kaufen sie zum Beispiel bei Matthias. Matthias heißt eigentlich anders. Er möchte nicht, dass wir seinen Namen schreiben, weil er Angst hat, sein Chef wird böse. Er arbeitet in einer Trafik. Dort schaut es sehr schön aus. Es gibt eine ganze Wand voller Zigaretten und die Wasserpfeifen sind sehr groß. Es gibt auch Pfeifen und Zigarren und Feuerzeuge und es gibt auch unterschiedliche Zigaretten, aber die meisten gehören eigentlich zu derselben Marke, aber damit die Leute mehr Zigaretten kaufen gibt es unterschiedliche Zigaretten und es gibt sehr viele. 

Rauchen ist sehr ungesund, aber Matthias findet, dass Rauchen auch gute Seiten hat, weil es da auch Pausen gibt für die Menschen. Er hat deshalb kein schlechtes Gewissen, obwohl er viele Zigaretten verkauft. Er verkauft den Menschen, die kommen, sehr viel Zigaretten und die kommen immer wieder und er kennt sie und redet mit ihnen, wie es ihnen geht und über Pfeifen, Wasserpfeifen und Zigaretten. 

Matthias arbeitet gerne in der Trafik, weil er mit den Menschen reden kann und weil er dort Geld verdienen kann. Er raucht selbst seit zehn Jahren und er will nicht aufhören, aber er raucht jetzt weniger, weil er in der Trafik arbeitet. Er raucht weniger, weil er bei seiner Arbeit sieht, wie abhängig die Menschen vom Tabak werden und dass das vielen zu schaden scheint. Aber er sieht auch: Zigaretten sind wichtig für viele Menschen. Er raucht jetzt zuhause sehr wenig, nur zum Kaffee und er raucht in der Arbeit. 

Er erzählt: Manche Menschen sind sehr arm, weil die auch rauchen und manchmal haben sie gar kein Geld, um Zigaretten zu kaufen. Er verkauft sie auch an Menschen, die können nicht mehr atmen und haben einen Sauerstofftank und rauchen trotzdem noch Zigaretten, weil sie sehr süchtig sind. Und es kommen Leute in der Mitte vom Monat und bezahlen mit Kreditkarte, weil sie kein Geld mehr abheben können, aber sie kaufen trotzdem Zigaretten, weil sie wollen mehr rauchen, weil sie süchtig sind. 

Elisabeth weiß das auch. Sie hat ihren Eltern nicht gesagt, dass sie raucht, weil sie will nicht, dass ihre Eltern Angst haben und im Familienurlaub raucht sie deshalb nicht. Sie glaubt sie kann es leicht schaffen aufzuhören, weil sie spürt nicht im Körper, dass die Zigaretten fehlen. Sie will dauernd aufhören mit dem Rauchen, aber sie schafft es nicht zum Rauchen aufzuhören, gerade, während sie studiert. Aber sie hat in einem halben Monat Weißheitszahn-OP und da wird ein Zahn gezogen und dann darf sie nicht rauchen und sie denkt:  vielleicht ist das der Zeitpunkt, um aufzuhören. 

Text: Hanna Gugler und Clara Porak 

Grafik: Moritz Wildberger